Slam Night

Am 17.7.2017 um 19:00 Uhr fand die Slam Night der Klasse 11c im Begegnungsraum statt. Präsentiert wurden die von den Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2016/17 im Deutschunterricht selbst geschriebenen Gedichte, Kurzgeschichten und Poetry Slams. Hier finden Sie eine Auswahl der Texte: 

 

Poetry Slam

Der, die – was?

Der, die oder das? – Das ist hier die Frage.

Ich glaube deutsche Muttersprachler werden niemals verstehen, wie tierisch fies die drei Musketiere „der“, „die“ und „das“ sind.

Im Englischen ist es viel leichter, den richtigen Artikel zu finden. Es gibt ja nur einen zur Auswahl. Da kann nicht viel schief gehen.

So ist es aber im Deutschen nicht. Ich muss oft drei Mal raten, welcher Artikel anzuwenden ist und dann das Wort mit Artikel am Ende einfach lernen. Das ist so, wie wenn man im Englischen wissen will, wie ein Wort ausgesprochen wird. Dann muss man sich beim Lernen des neuen Wortes die Aussprache einfach merken.

Aber zum Glück gibt es ja Grammatikregeln im Deutschen.

Zum Beispiel diese:

Alle Substantive, die mit -heit oder -keit enden, sind weiblich, wie zum Beispiel „die Dummheit“ oder „die Ärgerlichkeit“.

Diese Regel fand ich sehr nützlich. Aber ich fragte mich, warum man sie nicht vereinfacht, indem man schreibt, dass alle Substantive weiblich sind, die mit -eit enden.

Dann fiel mir ein, vielleicht wollte man keinen Streit.

Eine weitere Grammatikregel lautet:

Substantive, die auf -e enden, sind meist weiblich, wie „die Frage“ oder „die Lüge“.

Ich freue mich über diese Regel, zumindest bis mir einige Ausnahmen über den Weg liefen und ich Gefahr lief, sowohl das Interesse als auch den Glauben zu verlieren.

Schließlich fragte ich mich, was der Käse eigentlich soll?

Und als wenn es nicht schon kompliziert genug wäre, gibt es „die Kiefer“, den Baum, und „der Kiefer“ im Mund.

Es gibt die Schutzwaffe „der Schild“ und „das (Verkehrs-)schild“ sowie „die Kunde“ von dem neuen Herrscher, und „der Kunde“ im Geschäft.

Theoretisch könnte man im Deutschen also sagen:

„Der Erbe freute sich bis ins Mark über das Erbe in D-Mark.“

oder

„Als der Messer das Messer holte, stieg der Leiter auf die Leiter.“

Besonders interessant im Deutschen sind jedoch die Synonyme, die unterschiedliche Geschlechter haben.

Zum Beispiel bringt einem der Kellner vor dem Essen eine Speisekarte auf einem Stück Papier. Dieses Papier ist entweder „der Zettel“, „die Seite“ oder „das Blatt“.

Das Essen ist entweder „der Nährwert, „die Nahrung“ oder „das Nahrungsmittel“.

Und nach dem Essen erwartet einen entweder „der Nachtisch“, „die Nachspeise“ oder „das Dessert“.

Aber ich kriege eine Krise.

Und schließlich gibt es noch einen Unterschied zwischen der Aussage: „Der macht Musik“ und „Die Macht der Musik“. Das nenne ich „Macht“.

Wenn man nicht weiß, ob ein Wort im Deutschen männlich, weiblich oder sächlich ist, kann man mit diesem Wort nichts anfangen. Wer dies nicht glaubt, sollte einfach einmal ausprobieren, Sätze ohne Artikel zu bauen.

Bestenfalls klingt man dann wie jemand, der frisch aus einem slawischen Land nach Deutschland eingewandert ist, wie zum Beispiel der sprichwörtliche polnische Klempner:

„Sie haben Problem mit Toilette in Wohnung? Ich habe Termin für Sie in erste Woche nach übernächsten Vollmond.“

Absolute Fehlerfreiheit gibt es wohl für alle Nicht-Muttersprachler des Deutschen nicht. Das ist so wie bei dem wissenschaftlichen Versuch, die Temperatur des absoluten Nullpunktes zu erreichen. Man kann viel Geld ausgeben und sich sehr viel Mühe geben, aber man kommt immer nur ein kleines Stückchen näher ans Ziel.

Erreichen wird man es nie.

 

Kurzgeschichte

Sie

Fast jeder kennt die Situation. Plötzlich ist sie da. Manchmal hatte man keine Möglichkeit, sich auf diesen Moment vorzubereiten. Ich sitze da und habe keinen Plan, was ich tun oder wo ich hingucken soll. Sie ist so verschlüsselt für meinen Blick. Und kompliziert. Natürlich ist sie kompliziert. Das sagt doch schon fast die Tatsache aus, dass sie weiblich ist, oder?

Mein Puls steigt, die Hände zittern, ich bin aufgeregt. „War meine Antwort jetzt richtig oder falsch?“- Ich weiß es nicht.

Soll ich etwas fragen? Nein, dann werde ich vielleicht für dumm gehalten. Ich weiß nicht, wo ich hingucken soll. Meine Freunde haben mir gesagt, ich soll ruhig bleiben, aber das kann ich nicht. Ich bin aufgeregt. Schon bei ihrem Anblick schlägt mein Herz schneller. Sie wirft mich jedes Mal völlig aus der Bahn. Aber besser konnte ich mich auch nicht vorbereiten. Warum ist sie denn nur so schwer zu verstehen? Ihre Fragen muss ich hin- und herdrehen, um zu verstehen, was sie wissen möchte. Ich zermartere mir den Kopf während ich überlege, was ich jetzt machen kann. Ich schaue sie an, bin verzweifelt. Mache ich alles richtig? Habe ich etwas falsch gemacht?

Die Zeit ist gleich um. Da kommt er. Ich höre seine Schritte. Er wird sie mir wegnehmen. Ich kann ihre letzte Frage nicht mehr beantworten. Mein Herz pocht noch schneller. Ich würde mich gern unsichtbar machen. Er schaut mich fordernd, fast schon ärgerlich an. Dann nimmt er sie mit. Einfach so. Sie ist seine.

„Nein!“ – Ich wollte sie noch einmal anschauen. Aber jetzt verschwindet sie mit ihm. Das ist unfair. Innerlich bin ich am Zerbrechen, während ich ihr hinterherschaue. Das ist dumm gelaufen. Keine Ahnung, ob ich das noch wieder ausgleichen kann. Es ist ja schon Ende Juni und die Zeit ist zu weit fortgeschritten, um noch viel tun zu können.

Ich bleibe verwirrt zurück. Und erschöpft.

 

Gedicht

Anna aß acht Ananas

Dann war das Wasser plötzlich nass.

Das Wasser war neben Sand,

so ’was nennt man einen Strand.

Anna lag dort faul,

mit acht Ananas im Maul.

Sie lag für immer da,

machte nicht mehr viel Trara.

Anna ward geholt vom Tod,

die Ananas färbte sich rot.

 

Kurzgeschichte

Das Gewitter

Ich saß ganz ruhig da und versuchte, die Arbeit nicht zu verhauen. Ich hörte ein Heulen.

Was war das?

Ich kam nicht drauf. Es brachte mich aus dem Konzept. Doch ich ließ mich nicht weiter beirren. Ich schrieb weiter.

Da war es schon wieder.

Wer wagt es, mich mit seinem Geheule zu stören?

Dann wurde mir klar, dass das nicht von einem menschlichen Wesen kommen konnte.

Es war…

Es war der Wind, der sich mit den Bäumen zusammengeschlossen hatte. Die riesigen, fast dschungelartigen Bäume vor dem Fenster und der Wind.

Es war fast wie ein Liebesdrama aus dem Theater.

Zuerst heulte der Wind. Als Antwort kam das Rascheln von den Bäumen. Manchmal prallten beide Geräusche aufeinander.

Es war ein musikalisch-dramatisches Zusammenspiel.

Dann fing es an zu regnen. Es wurde immer mehr und mehr. Es schien so, als hätte Gott seine Dusche voll aufgedreht.

Der Regen schmiss sich nur so herum zwischen Bäumen und Fenster. Tropfen rollten über die Scheibe. Es war fast traurig.

Viele Tropfen wurden so kräftig auseinander gerissen. Man konnte den Schmerz fühlen.

Andere Tropfen hingegen vereinten sich und rollten zusammen hinunter wie ein Paar im Sonnenuntergang.

Es wurde doller.

Kinder schrien.

Es war wie in einem schlechten Horrorfilm.

Und dann … war es einfach vorbei.

Nur noch vereinzelte Tropfen rollten im Schneckentempo das Fenster herunter.

 

Gedicht

Schulalltag

Jeden Tag das gleiche!

Morgens aufsteh’n um halb sieben,

ich wär’ am liebsten liegen geblieben.

Dann doch aufgestanden und auf dem Weg ins Bad

merke ich jedes Mal wieder, dass ich so früh aufstehen nicht mag.

Sachen gepackt und Jacke angezogen.

Oh ich muss nochmal kurz nach oben.

Kopfhörer geschnappt und schnell aufs Rad.

Ich merke wie die Morgenkälte an mir nagt.

In der Schule angekommen,

fühle ich mich direkt übernommen.

Von unten in den zweiten Stock,

da sehe ich den ersten Lehrer, was ’n Schock.

In Mathe wird gezählt,

aber eigentlich nur, bis die Stunde vergeht.

Jetzt hatte ich eben Religion,

oh man, das waren die letzten schon.

Bei jedem steigt die Freude,

jetzt aber schnell aus dem Gebäude!

Allen tschüss gesagt,

ich mache mich auf die Heimfahrt.

Nach der Schule keine Pause,

denn Schule macht man auch zu Hause.

Die Hausaufgaben gemacht,

dann wird noch mit Freunden gelacht.

Danach nach Hause gekommen

und schnell das Schläfchen begonnen.

 

Poetry Slam

Buntstifte

Sind Rot und Grün wie Romeo und Julia?

Trennen sich Gelb und Lila, weil sie nichts gemeinsam haben?

Und ist Orange das Kind von Rot und Gelb?

Wie sähe das Kind von Orange und Blau aus?

Das würde wahrscheinlich Braun.

Müsste es nicht Hautfarbe heißen?

Immer wird nur Hellrosa als Hautfarbe bezeichnet.

Alles zwischen Weiß und Schwarz über Gelb und Braun müsste als Hautfarbe betitelt werden, wenn man das zu Hellrosa sagt.

Somit hat das Kind von Orange und Blau Hautfarbe, genau wie das von Romeo und Julia.

Und Gelb und Lila haben sich doch nicht getrennt, denn Gegensätze ziehen sich bekanntlich an.

Wie kommt es, dass Buntstifte scheinbar rückwärts altern? Erst groß und später klein? Wenn das nun aber nicht die Größe repräsentiert?

Durch äußerliche Einflüsse verlieren sie immer mehr von sich selbst. Doch ist das wirklich so schlimm?

Kann man ohne Einflüsse überhaupt wissen, wer man ist?

Denn ohne sie stumpfen die Stifte ab. In ihnen steckt so viel, doch das kommt nie zum Vorschein, wenn sie nichts tun und nichts erschaffen.

Im Gegensatz zum Menschen kann man Buntstiften ansehen, wie viel sie erlebt haben, nicht aber ihr Alter. Ein unbenutzter weißer Buntstift von 1990 ist genauso groß wie der rote, den ich gerade gekauft habe. Man sieht nur Erfahrung und kein Alter.

Der weiße, ich meine natürlich hautfarbene Stift lebt so lange, bis alles, was in ihm steckt, sichtbar wurde. Wenn jemand also sagt er sei so nutzlos wie ein weißer Buntstift, heißt das vielleicht nur, dass er sein eigenes Potenzial noch nicht kennt.

Vielleicht sollten Menschen mehr wie Buntstifte sein.

 

Kurzgeschichte

Du liegst abends im Bett. Gedanken kreisen in deinem Kopf. Dann merkst du es auf einmal.

Dein Atem wird unruhig, deine Hände zittern. Du denkst dir, bitte nicht schon wieder.

Du merkst, wie sich in deiner Kehle ein großer Kloß bildet, wie dein Mund trocken wird. Dein ganzer Körper zittert.

Du fragst dich, wieso ich?

Irgendwann schläfst du vor Erschöpfung ein, mit dem Gedanken, dass morgen ein neuer Tag ist. Morgen wird alles besser sein.

Du wachst auf, gehst ins Bad, trinkst einen Schluck Wasser. Du guckst dich im Spiegel an, fragst dich, wieso ich?

Du machst dich für die Schule fertig. Auf einmal merkst du es wieder. Doch dieses Mal ist es anders. Du fühlst dich stärker, denkst dir, es ist nur ein Gefühl.

Du kannst das bekämpfen, aber es dich nicht.

Jedes Mal, wenn diese Panikattacken können, machen sie dich stärker. Du denkst dir nicht mehr wieso ich? Du fängst an zu denken: Ich schaffe das!

 

Science Slam

Von Wasserstoffbällen

Überlegt ihr auch manchmal, was für einen wichtigen Teil Sterne in unserer Entstehungsgeschichte spielen? Ihr guckt in den Nachthimmel, liegt im Gras und denkt über das Leben im Zusammenhang mit diesen riesigen Wasserstoffbällchen nach. Nein? Solltet ihr aber!

Okay, den kitschigen „Im-Gras-liegen“-Part kann man weglassen, aber Sterne sind schon toll. So ein Stern entsteht dadurch, dass, wenn zu viel Wasserstoffgas auf einer Stelle ist, die Atome sich durch gegenseitige Anziehungskraft zusammenpressen. Dadurch entstehen sehr hohe Temperaturen und die Kerne der Atome verschmelzen. Es entstehen neue Stoffe, wie zum Beispiel Helium und Eisen. Wenn jetzt nach einigen Millionen Jahren der ganze Wasserstoff verbraucht ist, explodiert der Stern, da der Druck der Gravitation zu hoch ist. Dabei werden alle Stoffe ins All geschleudert. Wenn sie jetzt im All durch die Gegend fliegen, können sie sich durch gegenseitige Anziehungskräfte verhaken und riesige Steine entstehen. Manche größer, manche kleiner.

Einer dieser Steine ist unsere Erde. Und auch wir sind aus den Stoffen, die explodierte Sterne ins All schleudern. Dein Haus, der Hund, den du jeden Morgen auf dem Weg zur Schule siehst, der Baum, auf den du früher immer geklettert bist. Alles aus explodiertem Stein.

Und dann gibt es ja noch diesen uns sehr gut bekannten Wasserstoffball, unsere Sonne. Sie gibt uns die Wärme, die wir zum Leben brauchen. Sie gibt uns das Licht.

Sterne haben das Leben also nicht nur erschaffen, sie erhalten es auch.

Diese winzigen Punkte, die wir (außer in unseren kitschigen „Im-Gras-Liege-Momenten“) kaum eines Blickes würdigen, sind so wichtig, so essentiell für das Leben. Für unser aller Leben.

 

 

Gedicht

Kreuzfahrten

Erneut beginnen die Ferien

und ein jeder möchte etwas erleben.

Von Stadt zu Stadt, von Land zu Land:

Ist es wirklich das, wonach wir streben?

Häufig nur ein Tag oder wenige Stunden,

einmal geblinzelt, Rio verpasst

und so zieht es seine Runden.

Am nächsten Tag geht’s weiter,

irgend so ’ne Stadt mit York,

sight seeing und ein paar selfies. Danach dann wieder fort

und schnell zum nächsten Ort.

Doch in der Nacht dann die Panik:

Hab’ ich es wirklich erlebt

oder mich selbst belogen,

ein Netz aus Lügen gewebt?

Am Ende kann man ja immerhin sagen,

da war ich überall,

aber in Wirklichkeit ist das doch alles nur Rauch und Schall.

Innerhalb von 14 Tage kann man nicht die ganze Welt entdecken.

Es gibt viel zu viele Kulturen, Lebensstile und unbekannte Ecken.

 

Poetry Slam

In der Muckibude

Gerade im Gym, das ist doch nicht schlimm. Ich tue es für mich und keine Sorge, ich habe keinen Stich. Schulter heben, Abduktion und Squads, das cruncht, wie die Crunches für meinen Bauch. Kopfhörer im Ohr, Push-Music on…läuft bei mir.

Dann gerade fertig mit der letzten Übung und auf’m Weg zur Umkleidekabine sehe ich Sabine mit ihrer Freundin Anna und 2 Toms sind auch dabei und Kevin natürlich auch, der darf nicht fehlen.

Allesamt ein Protein-Shake in der Hand. Aber nein, natürlich nicht irgendein Protein-Shake und nein, natürlich nicht irgendein Gefäß, in dem geshakt wird. Das Gefäß ist verziert mit einer Aufschrift, die nicht von dieser Welt ist. Entweder in der Farbe Schwarz oder Weiß. Und nein, natürlich nicht irgendein Schwarz, sondern DAS Schwarz. Und nicht irgendein Weiß, sondern DAS Weiß. Allmählich entschlüsselt mein Gehirn aus dieser besonderen Aufschrift und diesen besonderen Farben das Wort, und zwar… BODY ATTACK.

Wow!

Zu Hause angekommen setzte ich mich erstmal ganz sportlich auf mein fettes Bett. Nach 1000 Versuchen mein Handy mit dem WLAN zu verbinden klappt es endlich beim 1001ten Versuch. Naja somit hatte ich wenigstens noch Zeit, mich von meinem Schwindelgefühl zu erholen. Ich meine von diesem einzigartigen Shaken des Protein-Shakes konnte ich gar nicht mehr meine Augen davon lassen.

Nun bin ich also an meinem Smatphone und gehe direkt auf Instagram. Lasse erstmal ein paar Herzen aufleuchten, bevor ich auf einer Fitness- Seite lande. Natürlich ganz zufällig. Ich konnte wirklich nichts dafür, es ging alles so schnell.

Ich schaute mir ein paar Videos auf dieser Seite an. Diese gehen über Übungen mit einem Medizinball bis hin zu Klimmzügen.

Dann scrolle ich runter und entdecke ein weiteres Video. Ich sehe wie sich die Person, die diese Fitness Seite betreibt, für ihre 10.000 Abonnenten bedankt. Aber nein, natürlich nicht einfach ein einfaches Dankeschön, sondern in einer aufgesetzten, quarkigen Stimme. Ungefähr so: „Danke für die 10.000 Abonnenten. Unfassbar. Ohne euch wäre das gar nicht möglich gewesen.“ Bla bla bla.

Ich habe dann lieber die Seite gewechselt, bevor mir schlecht würde.

Nun auf faktastisch gelandet und gerade gelesen, dass wenn man proteinreiche Nahrung zu sich nimmt, die Fürze noch mehr stinken. Deswegen riechen die Fürze von Bodybildern auch so schlimm. Aha.

Genug von Instagram , InstagRAM oder Inst, wie auch immer. Ich gehe nun auf Snapchat und schaue mir eine Story an, bei der ein Bilder vom Fitness Studio zu sehen ist und dort im Hashtag steht #fitmachenfürdenSommer.

Ich denke mir, naja, dann mal viel Spaß dabei, mal gucken, ob du das noch in den 2 Wochen schaffst. Abgesehen davon – für welchen Sommer möchte die Person sich eigentlich fit machen? Nur mal so zur Erinnerung – wir leben in Deutschland. Die nächste Story zeigt ein Tutorial, wie man richtig Photoshop benutzt. Kendrick Lamar würe jetzt sagen: “I’m so fucking sick and tired of the photoshop, show me something natural like ass with some stretchmarks.“

Ich habe genug von meinem Smartphone, lege es beiseite.

Doch trotzdem ertappe ich mich immer wieder selber beim dem Konsum von Social Medias, bei dem ganzen Fitnesswahn, bei dem Markenwahn, denn ich trage immer ‚ne Klamotte mit ’nem Haken drauf und habe nur im Kopf „just do it“.

Aber ich gehe ins Gym, das ist doch nicht schlimm. Ich tue es für mich und keine Sorge, ich habe keinen Stich.

 

Poetry Slam

Keine Ahnung

Ein leerer Kopf, nicht die geringste Vorstellung…keine Ahnung haben. Wer kennt das nicht?

Für viele ist das vornehmlich im Matheunterricht der Fall.

Doch generell fällt es uns oft leichter, erst mal „Keine Ahnung“ oder auch „Vielleicht“, „Ich weiß nicht“ oder „Egal“ zu sagen.

Egal – eigentlich ist es zwar nicht egal, aber trotzdem: egal.

Keine Ahnung, obwohl man immer etwas Ahnung hat. Trotzdem: keine Ahnung.

Ein wirkliches ja oder nein? Das scheint irgendwie out zu sein. Man muss zwar nicht immer alles organisieren, planen, strukturieren, doch sollte versuchen, immer wieder Neues auszuprobieren. Und dafür ist ein „Keine Ahnung“ und „Egal“ alles andere als optimal.

Es ist ja aber auch verständlich, wer möchte sich schon gern richtig festlegen, auf Dinge wirklich einlassen? Schließlich könnte man ja Fehler machen oder etwas viel Besseres verpassen. Doch gerade, wenn man sich die Türen zu lange offen hält, unentschlossen bleibt, keine Entscheidung fällt, wird man meistens letztendlich mehr verpassen und das nur aus Angst, sich auf Neues einzulassen?

Und Fehler? Die macht wirklich jeder mal. Und sie sind vielleicht auch mal wirklich schlimm, oftmals aber auch ein Gewinn. Wenn du Fehler machst, dann weißt du wenigstens, dass du Neues ausprobierst, lernst, neue Dinge tust,  dich nicht in deiner Komfortzone ausruhst.

Du forderst und veränderst dich.

Und noch kurz am Rande bemerkt: Lege darauf, was andere dabei über dich denken, keinen zu großen Wert, denn das ist wirklich egal.

Wir sollten uns nicht zu sehr darum sorgen, dass das, was wir tun, wirklich super, perfekt, ideal ist und deswegen Entscheidungen „erstmal“ mit „keine Ahnung“ ausweichen, oder verschieben. Sollten sie nicht prokrastinieren.

Selbst wenn du einen ziemlich leeren Kopf, keine Idee, nicht die geringste Vorstellung hast, was ja eigentlich nie wirklich der Fall ist.

Ein bisschen nach dem nervigen Motto: „nobody is perfect“ sollten wir lieber gehen und alles tun, um nicht zu lange zu stehen.

Denn egal, was wir machen, es werden uns immer wieder Hürden begegnen und selbst wenn gefühlt gar nichts so läuft, wie wir es wollen, es für nichtig halten. „Neu“ ist oftmals trotzdem besser als „alles beim Alten“.

 

Gedicht

Wieviel Zeit ich hier schon ´reinsteckte, weiß ich nicht.

Mir fällt nix ein und die Uhr tickt.

Worüber könnt´ ich denn mal schreiben?

Selbst ein Thema fehlt.

Hoffentlich werde ich zum Vorlesen nicht auserwählt.

Trotzdem muss ich ja ´was haben,

wenigstens ein paar Buchstaben,

hinternander gereiht wie reisende Nomaden.

Und so langsam werd´ ich unruhig, ich seh´ es schon kommen.

Alle haben gute Texte und ich mir irgend´nen Scheiß zusammengesponnen.

Der Druck steigt in mir.

Ich hab´ nichts im Visier.

Nichts auf Papier,

ich werd´ mich riesig blamier´n.

Vielleicht sollt´ ich´s mit dem Schreiben lassen,

nicht mehr so viel Zeit verprassen,

bei der Abgabe morgen passen

und es dabei dann einfach belassen.

Dies war die Geschicht´, wie dieser Slam entstand,

vielleicht nicht so gut wie ein Text von Kant

aber immerhin hab´ ich nun ein paar Zeilen in der Hand.

 

Poetry Slam

Wieder einmal ist Montag und die Woche beginnt von vorn. Wenn ich dann in der Schule bin, denk ich mir: Wieso bin ich überhaupt hier? Diese Frage begleitet mich dann den ganzen Tag.

Aber wenn ich dann abends im Bett liege sag’ ich zu mir: So schlimm wars gar nicht und das lässt mich schnell schlafen.

Wenn ich dann aufwache, ist leider erst Dienstag und da ist es fast wie am Montag. Erst bin ich lustlos.

Aber wenn ich erst ’mal in der Schule bin, ist es nicht mehr so schlimm. Am Dienstag fliegen die Stunden schon fast an mir vorbei und das ohne Hexerei.

Dann ist schon der Mittwoch dran. Der Mittwoch ist mein viertliebster Wochentag. Er sagt ja schon im Namen, es ist die Hälfte der Woche am Abend dieses Tages geschafft.

Mit diesem Gedanken im Hinterkopf schleicht die Zeit auch nicht so langsam. Wenn es dann endlich geschafft ist, freu’ ich mich umso mehr, denn das Wochenende ja es rückt näher.

Wenn dann der Donnerstag vor der Tür steht, weiß ich nicht, was in mir vorgeht. Es ist für mich persönlich der längste Tag der Woche und er möchte dann auch kaum zu Ende gehen.

Am Ende dieses Tages bin ich dann oft kaputt und häng’ noch ein bisschen am PC.

Am Freitag ist es dann soweit. Es sind nur noch ein paar Stunden bis zum Ende dieser Woche. Das passt mir ganz gut, denn ich bin auch schon am Ende und brauch mein Wochenende.

Danach der Tag ist der beste der ganzen Woche: Es ist der Samstag. An einem Samstag denke ich nicht an Schule, nein so ’was würd’ ich nicht ’mal im Schlafe tun. Die ganzen Hausaufgaben und andere Pflichten würd ich am liebsten vernichten.

Am Sonntag konvertiere ich ganz gerne mal zum Judentum, denn die müssen bekanntlich am Sabbat gar nichts tun. Aber dann am Abend ist es dann leider wieder soweit.

Es ist nicht mehr lang und es fängt leider wieder einmal alles mit einem Montag an.

 

Poetry Slam

Der unaufhaltbare Virus

Sie sind überall. Unaufhaltbar. Sie verbreiten sich wie ein Virus der Stufe 10. Vielleicht regieren sie eines Tages die Welt.

Fakt ist, ohne sie leben ist wie eine Million im Lotto gewinnen. Fast unmöglich.

Dieser Virus könnte die endgültige Apokalypse bedeuten. Seid gewarnt! Bringt euch in Sicherheit. Frauen und Kinder zuerst.

Sie umzingeln uns und rauben unsere Freiheit. Doch auch wir haben Rechte!

Ist es nicht faszinierend, wie wir sie in allen Formen und Farben besitzen? Erkennen tut man sie daran, dass sie klein und handlich sind.

Ihre Strategie, uns in ihren Bann zu ziehen, macht süchtig und ist extrem ansteckend. Selbst Fünftklässler sind von den neuesten Modellen besessen.

Sie isolieren uns von der Außenwelt. Die wirklich wichtigen Dinge bekommen nach und nach einen immer geringeren Wert.

Von überall hört man verschiedene Töne. Sie prägen sich in unserem Kopf ein und zwingen uns, nachzugucken.

Sie werden 12 Stunden, fast durchgängig benutzt und das jeden Tag.

Man sagt es gebe eine Legende, die von den Sternen erzählt wurde. Sie handelt von einem Virus, der sich jetzt auf der Erde verbreitet.

Handys.

 

Poetry Slam

Teenie-Terror

Man sieht sie überall: ob im Einkaufszentrum, im Kino oder im Club. Vor allem in der Schule, da muss man ja besonders gut aussehen. Obwohl die Haare schon sitzen, würden sie am liebsten noch Botox spritzen.

Auch ’ne Gesichts OP würde ihnen nicht schaden, dann müssten sie die 5 kg Make-up nicht mehr tragen.

Es ist schon anstrengend genug, die Treppen im Schulgebäude hochzulaufen. Dann muss man sich eben ’was weniger in der Schulcafeteria kaufen.

Fix und fertig sitzen sie dann im Unterricht und überlegen, wo die nächste Party geht.

Auch der süße Snapchat Hundefilter darf auf ihrem 100. Instagram-Bild natürlich nicht fehlen.

In den Sozialen Netzwerken sind sie überall bekannt,

denn jeder möchte irgendwie mindestens 1000 Abonnentenanfragen haben.

Je größer der Ausschnitt und der Arsch, desto größer wird der ganze Tratsch.

Sie wollen doch nur in den Kommentaren lesen: „Oh Süße, du bist so unbegreiflich hübsch!“ oder „That ass“ oder „Schatz, du bist meine weltallerbeste Freundin“

„#für immerundewig“ oder „HDGDL“ oder „hübschestes Mädchen“.

Dabei weiß man doch eh, dass das alles gar nicht stimmt, da es jeder zu jedem sagt und das macht sie alle gleich.

Doch die Person freut sich dann einen runden Keks und denkt sich dabei: „Ach, danke. Ich weiß doch, dass ich hübsch bin, sonst hätte ich das Bild ja nicht hochgeladen.“

Es kommt denen nur auf die „likes“ an. Doch was bedeutet ein „like“? Es sagt doch eigentlich nur aus, dass die Fotomontage geglückt ist.