Unsere Exkursion am Tag der Deutschen Geschichte

Am 9. November 2017, dem Tag der Deutschen Geschichte, besuchten einige neunte Klassen die Gedenkstätte am Bullenhuser Damm. In der ehemaligen Schule wurden kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges 20 Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren von den Nazis ermordet. Zuvor waren sie im KZ Neuengamme als Versuchsobjekte für medizinische Versuche missbraucht worden. Um die Taten zu vertuschen, wurden die Kinder in der Nacht vom 20. April 1945 im Heizungskeller der Schule erhängt und anschließend verbrannt.

Als wir die Ausstellung betraten und der Guide uns erklärte, was hier geschehen war, war sofort ein Umschwung der Stimmung zu spüren. Unser Guide erklärte uns die verschiedenen Bereiche der Ausstellung und wir konnten uns anschließend frei durch die  Ausstellungsräume bewegen. Jeder tat dies auch mit großem Respekt und Trauer, die wohl in jedem von uns hoch kam. In einem der Räume gab es für jedes Kind einen Koffer mit Fotos und der Biografie. Außerdem konnte man sich Interviews anhören und auch etwas über die Täter erfahren. Andächtig betrachteten wir die Koffer mit den Biografien der ermordeten Kinder. Die verschiedenen Räume waren sehr bedrückend, weil man wusste, dass hier die Kinder umgebracht worden waren. Mit unwohlem Gefühl schauten wir uns die Ausstellung zu Ende an. Jeder war entsetzt darüber, was hier geschehen war! Zuletzt gingen wir noch in den Rosengarten, um als Zeichen des Gedenkens unsere mitgebrachte Rose zu pflanzen.

Im Philosophiekurs haben wir in den letzten Stunden Gedanken und Gefühle zusammengetragen, Fragen geklärt und mehrere Diskussionen geführt. Wir haben im Rahmen unseres Themas „Was ist der Mensch?“ einen Eintrag eines Gastes in das Gedenkbuch diskutiert: „Ohne Worte. Der Mensch ist ein Monster.“ Wir kamen zu dem Entschluss, dass das auf keinen Fall auf alle Menschen zutrifft und bei der Entwicklung der Persönlichkeit viele Faktoren eine Rolle spielen, zum Beispiel die Erziehung und der Ort, an dem man aufwächst. Außerdem haben wir darüber diskutiert, was eine gerechte Strafe für die Täter sein kann. Zuletzt sprachen wir noch über die Inschrift einer Gedenktafel am Bullenhuser Damm und überlegten, was die Aufforderung für uns bedeutet.

In der Nazi-Zeit haben viele Menschen skrupellos gehandelt und schlimme Dinge gemacht. Die Taten haben viele Opfer und Trauernde hinterlassen. Wir wünschen uns, dass sich sowas nicht wiederholt und dass die Opfer nie in Vergessenheit geraten. Im Gedenken an die Kinder haben wir diesen Bericht verfasst, um von ihrem Schicksal zu erzählen.

Der Philosophiekurs 9a und 9f.